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Interview mit Elizaveta, der neuen Chorleiterin
Alles, was auf deiner Homepage steht, lassen wir jetzt einfach mal weg, das kann man ja nachlesen.
Was mich als erstes interessiert ist, wann hast du mit Musik angefangen?
Als ich 6 Jahre alt war, haben meine Eltern einen Flügel gekauft und haben mich zu einer Klavierlehrerin geschickt, um Klavier spielen zu lernen.
Wolltest du das, oder kam die Lust daran erst später?
Ich wusste erst gar nicht, was das ist, aber nachdem wir angefangen hatten, hat es mir Spaß gemacht.
Spielst du noch andere Instrumente?
Ich spiele Orgel und ich singe, mein Hauptinstrument sind meine Stimmbänder. Und ich kann zwei Lieder auf der Gitarre spielen!
Welchen Musikstil magst du am liebsten?
Auf dem Klavier, klassische Musik, mit Chören mache ich lieber Pop, Jazz und Gospelmusik. Aber klassische Musik mit einem Chor ist auch sehr schön.
Was hörst du zuhause so im Radio?
Alles, was ich gut finde, ich habe keinen Lieblingssender, alles durcheinander, Schlager, Jazz, alles.
Wenn es möglich wäre, welchen Musiker würdest du gerne mal live erleben?
Michael Jackson! Ich mag aber auch Sting.
Wen würdest du denn gerne mal persönlich kennen lernen oder wen hättest du gerne kennen gelernt?
Rachmaninow, das ist mein Lieblingskomponist. Das ist schwer zu spielen, aber sehr reichhaltig.
Wann hattest du eigentlich das erst Mal die Idee, Musik zu studieren?
Als ich 6 war, hat mir Musik Spaß gemacht, so mit 12 / 13 /14, war mir Musik eher egal. Allerdings muss man sich in Russland in dem Alter entscheiden, was man beruflich machen will. Ich musste mich also mit 14 entscheiden ob ich auf ein „Musikcollege“ [eine Art berufliche Oberstufe] gehe oder keine Musik mehr mache. Meine Eltern  und Lehrer meinte, ich hätte schon so viel investiert, jahrelang jeden Tag geübt, so haben sie mich überzeugt. Die Lehrerin hat vorgeschlagen, ich könne Chorleitung studieren, statt Klavier und so habe ich das mit 14, nach der 9. Klassen, angefangen. Ich habe früher auch im Kinderchor gesungen, aber mit 14 / 15 habe ich erst so richtig das Gefühl dafür bekommen. Die Mitschüler haben ja auch alle das Gleiche gemacht, das war unser Leben. Und so habe ich mich fürs Dirigieren entschieden. Ich wollte immer und will immer noch auch Orchester dirigieren.
In welcher Sprache singst du am liebsten?
Französisch auf jeden Fall nicht! Italienisch klingt sehr gut. Aber auch Deutsch ist auch sehr schön. [Das musste sie jetzt sagen!] Russisch ist schwierig, vor allem seit ich in Deutschland arbeite.
Wie bist du eigentlich auf Imbeni! gekommen?
Google! Ich habe nach einem Chor in der Nähe von Baden-Baden gesucht und habe eure Anzeige gesehen. Das klang gut, aber es war etwas schwierig, euch zu überzeugen, dass ich nicht so bin, wie auf meiner Homepage, dass ich auch gerne mit Laienchören arbeite.
Was gefällt dir an Imbeni!?
Es gefällt mir besonders, dass es so ein großer Chor ist. Das klingt einfach anders als mit 30 Leuten. Alle gemeinsam zum Singen zu bringen ist ein tolles Gefühl.
Du warst jetzt auf dem Probenwochenende das erste Mal dabei. Was hat dir da besonders gefallen?
Das Tanzen war lustig und die Leute waren so freundlich und nett! Mir hat aber vor allem  gefallen, dass wir in den Proben ein gutes Ziel erreicht haben.
Du hast ja wahnsinnig viel durchgeprobt mit ganz wenig Pausen. Wirst du das beim nächsten Mal anders machen?
Nein, das Probenwochenende ist dazu da, dass wir die ganze Zeit singen.
Wir sind ja gerade in der Hochphase der Vorbereitung auf den Gospelkirchentag. Gibt es etwas, auf das du dich besonders freust?
Auf den ersten großen gemeinsamen Auftritt!
Wie geht es danach weiter?
Vielleicht werden wir Seemannslieder singen. Ich hatte mal einen Matrosenchor und ein großes Repertoire an Seemannsliedern. [lacht] Quatsch!
Ich habe am Probenwochenende mit einigen Sängerinnen und Sängern geredet und es wird auf jeden Fall etwas Rockiges.
Hast du auch irgendwelche Ideen, was du gerne mit uns singen würdest, aber du traust dich nicht so recht, weil es zu schwer, zu seltsam oder zu … ist?
Das ist zwar etwas schwer und man müsste es umschreiben, aber „Masterpiece“ von den King‘s Singers. Oder etwas anderes von denen, das Repertoire gefällt mir. Oder von der Real Group. [beides a cappella Ensembles]
Was ich auch interessant finde, das ist aber eher Klassik, das sind die Chichester Psalms von Bernstein. Da bin ich sicher, dass ihr das könnt, aber da braucht man ein Orchester.
Aber das ist jetzt erst mal nur Fantasie, das muss ja nicht realistisch sein.
Hast du noch irgendeine Idee, wie wir an neue Tenöre kommen?
Viel Werbung machen, öfter Konzerte machen …
Vielen Dank für deine Zeit und die interessanten Einblicke in deine musikalische Entwicklung. Wir sind gespannt, wie es weiter geht und freuen uns jetzt erst mal auf den Gospelkirchentag!
Das Interview führte Charlotte Karsten